Stevenson, Robert Louis: Die Schatzinsel – Treasure Island

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Englische Provinz Nähe Bristol, 18. Jahrhundert. Im Gasthof „Admiral Benbow“ der Familie Hawkins quartiert sich ein geheimnisvoller, trinkfreudiger alter Seemann namens Bill Bones mit seiner Seemannskiste ein. Offenbar hat Bill Bones Angst vor einem Einbeinigen, den er bietet dem jungen Gastwirtssohn Jim Hawkins Geld, wenn er ihn sichten sollte. Plötzlich treiben sich merkwürdige Weiterlesen

Die Kirche bleibt im Dorf : eine schwäbische Komödie / Regie: Ulrike Grote. Darst.: Karoline Eichhorn, Natalia Wörner, Julia Nachtmann …

Die Rubrik „Film am Mittwoch“ macht immer noch Sommerpause. Daher geht es heute per Spielfilm nach Schwaben.

Oberrieslingen und Unterrieslingen liegen idyllisch in der beschaulichen schwäbischen Provinz. Doch leider sind die beiden gemeindes einandern nicht grün: im einen Dorf steht die Kirche, im anderen liegt der Friedhof. Das sorgt für Zank und Streit seit Jahren. Und seit einiger Zeit ist dann auch noch dieses tiefe Schlagloch genau auf der Grenze der beiden Gemeinden, für dass sich niemand zustänig fühlt bzw. alle die Zuständigkeit der jeweils anderen Gemeinde in die Schuhe schieben.

Als wäre das nicht genug, stirbt eines Tages Oma Häberle aus Oberrieslingen nach einem Besuch in Unterreislingen – und dann will noch ein reicher Amerikaner für viel Geld die Kirche im Dorf kaufen. Den Unterrieslingern reicht es: der Streit eskaliert und bekommt zusätzlichen Schwung durch einen uralten Fluch, eine Bestattung neben dem Komposthaufen und ein brisantes Weiterlesen

Wenn ich groß bin, werde ich Seehund / Nikolaus Heidelbach

„Ab und zu finde ich am Strand auf dem großen Stein zwei frische Makrelen. Ich glaube, Mama kommt nicht zurück. Wenn ich groß bin, werde ich Seemann. Oder Seehund.“

Bücher von Nikolaus Heidelbach sind für mich stets ein Ereignis, hat der Autor und Illustrator doch einen besonderen, zarten und humorvvollen Blick auf die Welt, wie sie ist und sein könnte. Nicht anders ging es mir mit dem vorliegenden Buch: ein kleiner Junge wohnt mit seinen Eltern am Meer. Sein Vater ist Fischer, seine Mutter kümmert sich um Haus und Garten. Der Junde darf der Mutter mithelfen – doch wenn er fertig ist, geht er schwimmen im Meer.
Da sein Vater oft lange auf See ist, redet er oft des Abens mit seiner Mutter über das Meer. Nicht selten bringt der Junge auch Funde mit, die er im Meer gemacht hat – und bekommt dafür wundersame Dinge erzählt von anderen Sachen, die es im Wasser gibt: Meerjungfrauen, Tintenprinzen, Perlbootsmänner, Weiterlesen

Der viktorianische Vibrator : törichte bis tödliche Erfindungen aus dem Zeitalter der Technik / Frank Patalong

Als Mensch ist man geneigt, die Zeit, in der man lebt, als ungeheuer innovativ zu bezeichnen und zu erleben. Das war vor knapp zwanzig Jahren mit dem Internet so und das ist seit ein paar Jahren mit den Smartphones, den iPads, den Navigationsgeräten und anderen technischen Neuerungen so: der Mensch strebt stets nach neuem und kann sich die Zeit vor 100 Jahren nur als sehr düster und rückständig vorstellen. Natürlich neigt er auch dazu, die modernen Errungenschaften weitgehend kritiklos zu benutzen und auch mögliche Gefährungen auszublenden.

Nur: von hundert oder hundertfünfzig Jahren ging es den Menschen ebenso wie uns heute. Auch siehen stürzten sich begierig auf neue Errungenschaften, die bejubelt und gefeiert und teilweise exzessiv in alle Lebensbereiche ausstrahlten und Anwendungen fanden, wo eine Anwendung aus heutiger Sicht unsinnig, gar schädlich erscheint. Auch sie waren bereit, horrend hohe Preise für neue, als revolutionär erscheinende Produkte zu bezahlen, deren Nutzen in der Rückschau in keinem Verhältnis zu den Kosten zu stehen scheint.

Alles schon mal dagewesen? Ja, in gewisser Weise schon. Frank Patalong führt uns durch eine Reise in die Vergangenheit und amcht an einigen technischen und wissenschaftlichen Entdeckungen und Entwicklungen klar, dass Weiterlesen

Leichenraub / Tess Gerritsen

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Julia Hamill hat Pech. Ihr Mann hat sich vor sechs Monaten von ihr scheiden lassen und wird bald wieder heiraten. Das Haus, dass sie sich gekauft hat, erweist sich als baufällig und der dazugehörige Garten ist voller Steine und nur mühsam zu kultivieren. Dann stellt sich auch noch ein Stein als Schädel heraus und es findet sich ein ganzes Skelett. Offenbar ist die Frau aber schon vor dem Bau des Hauses umgebracht worden, weshalb die Polizei die Ermittlungen einstellt.

Julia beginnt selbst nachzuforschen: mithilfe eines alten Mannes, Verwandter der Vorbesitzerin des Hauses, stösst sie auf eine schreckliche Weiterlesen

The search for John Gissing / Regie: Mike Binder. Darst.: Alan Rickman, Mike Binder, Janeane Garofalo …

Film am Mittwoch macht Sommerpause. Und nun zu etwas völlig anderem. Einem Spielfilm am Mittwoch:

Nicht wenige kennen es: man wechselt den Job und da ist einer, der einem den Teppich unter den Füssen wegzuziehen versucht. Dem jungen Matthew Barnes, einem aufstrebenen amerikanischen Geschäftsmann, geht es noch extremer. Als er mit seiner vom ewigen berufsbedingten Umziehen müden Frau nach London reist, um eine Firmenfusion zu managen, scheint zunächst alles wunderbar. Sein neuer Kollege, John Gissing, regelt im Vorfeld alles und es scheint, als wäre dem ehrgeizigen Barnes auf wunderbare Weise der Boden vorbereitet für einen weiteren Erfolg auf seiner Karriereleiter

Doch Gissing weiß, dass er durch Barnes ersetzt werden soll: er sorgt dafür, dass Barnes und seine Frau eine alles Weiterlesen

Das Schiff im Baum : ein Sommerabenteuer

Betenbüttel klingt nicht gerade nach einem verlockenden Urlaubsort für Kinder: ein Ort ohne Schwimmbad, WLan und Fernseher. Ole und Katharina bleibt aber nichts anderes übrig, als in den Sommerferien zur alten Tante Polly und ihrem Mann Onkel Fiete zu fahren, da ihre Mutter Pauline zur Kur muss. Es kann sie auch nicht überzeugen, dass ihre Mama schon als Kind in Betenbüttel Urlaub gemacht hat.
Auch der manchmal leicht verwirrte, kautzige Onkel Fiete ist keineswegs Weiterlesen

Frida – Im blauen Haus meines Herzens / Bjørn Sortland ; Hilde Kramer [Ill.] ; Christel Hildebrandt [Übers.].

„… ich male niemals Träume. Ich habe meine eigene Wirklichkeit gemalt. das einzige, was ich weiss: ich male, weil ich es muss. Ich male immer das, was in meinem Kopf geschieht, ohne viel darüber nachzudenken.“ (Frida Kahlo. Zitat a. d. vorgestellten Buch)

Eines der wunderbaren Dinge an Büchern ist, dass man sie liest und draussen der im Buch gespiegelten, verwandelten oder verfremdeten Wirklichkeit begegnet – und umgekehrt. So kann es einem auch mit diesem Buch ergehen.

Nachhaltig beeindruckt waren die Zwillinge im letzten Jahr nach dem Besuch der Frida-Kahlo-Austellung in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall. Dann begegnete uns in den von uns besuchten Bibliotheken über Winter und Frühjahr das eine oder andere Buch über die aussergewöhnliche Malerin mit ihrem Leidensweg und den untrennbar damit verbundenen Bildern: die in der Ausstellung entstandenen Fragen und Gedanken kamen durch das Betrachten der Bilder und das Lesen immer wieder an die Oberfläche.

Besonders gefallen hat mir und den Zwillingen das von Hilde Kramer collagenartig illustrierte Buch, in dem Bjørn Sortland ein Mädchen namens Leonarda der schwer kranken Weiterlesen

Sacks, Oliver: Onkel Wolfram : Erinnerungen

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Wer die Bücher von Oliver Sacks liest, merkt zweierlei: der Mann kann erzählen und er verfügt über ein leidenschaftliches Interesse daran, Zusammenhänge, Ursachen und Hintergründe zu verstehen. Wer wiederum „Onkel Wolfram“, Sacks Erinnerungen an seine Kindheit in London, liest, weiss am Ende, warum Weiterlesen

Und wer küsst mich? : Absolute Beginners – Wenn die Liebe auf sich warten lässt / Maja Roedenbeck

„Dann und wann nicht gemocht zu werden, das halten wir alle aus, gibt es doch einen unendlich großen Pool potenzieller Möger. Doch das eigene Ich ganz zu exponieren, nicht nur die gefällige Oberfläche, und dann seine Zurückweisung zu erleben, kann katastrophal schmerzhaft sein. Die Aussicht auf Schmerz ganz allgemein, den Schmerz des Verlusts, der Trennung, des Todes, ist es, was die Versuchung so groß macht, die Liebe zu meiden und im sicheren Bereich des Gefallens zu bleiben. Und doch, Schmerz tut weh, aber er tötet nicht. […]. Ohne Schmerz durchs Leben zu kommen, heißt, nicht gelebt zu haben.“ (Jonathan Franzen: Schmerz bringt dich nicht um. DIE WELT, 2.7.2011).

Erwachsene Menschen, die unfreiwillig allein sind und noch keine Beziehungserfahrung haben? Vermutlich hat jeder von uns solche Menschen in seinem Umfeld, sie mehr oder weniger bewußt wahrgenommen, sich vielleicht auch manchmal gefragt, ob und warum sie wohl allein durchs Leben gehen. Dabei entsprechen „Absolute Beginner“, wie sich Erwachsene ohne Erfahrung in einer Liebesbeziehung oft selbst nennen, durchaus nicht dem Klischee, dass sich weiland der Volksmund von ihnen machte (Hagestolz, eiserne Jungfrau). Auch das Bild, das uns oft heute in unserer durchsexualisierten Zeit, die Schüchternheit ebenso negativ besetzt wie Unerfahrenheit, vor Augen steht und zum Teil noch durch unsägliche, Menschen unwürdig vorführende Privatfernsehformate wie Weiterlesen

Mona Lisa (Schau mal: Kunst!) / Patricia Geis

Die Mona Lisa dürfte das bekannteste Gemälde der Welt sein: faszinierend ist das Bild selbst, seine wechselvolle Geschichte, seine Bedeutung für die Kunst. Nicht weniger faszinierend ist natürlich der Maler selbst: Leonardo da Vinci.

Das in der Reihe Schau mal: Kunst! erschienene Buch von Patrcia Geis beschäftigt sich zunächst mit da Vinci als Maler im Umfeld seiner Zeit, der Renaissance, und geht dabei auch auf seine umfassende Weiterlesen

Mama, wo ist eigentlich das Gestern hin? / Maja Bohn

„Das gestern, Loretta, ist in dir drin, in deinen Gedanken und Erinnerungen. Und jeden tag kommt ein neues Gestern hinzu. Und wenn du so alt bist wie ich, ist aus allen Gestern ein ganzes Leben geworden“ (Bl. 16)

Das ist gar nicht so einfach mit der Zeit. Wo zum Beispiel bleibt der gestrige Tag? Das fragt sich auch die neugierige Loretta, die eines Morgens mit dieser Frage aufwacht und sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

Schnell findet sie heraus, dass es auf diese Frage keine einfachen Antworten gibt und ihre Mutter als Erwachsene nicht viel mehr weiß als sie. Loretta aber lässt ihre Frage keine Ruhe und sie macht sich auf die Suche nach Antworten: ob Haushering, Hamster oder Eintagsfliege, Zauberer, Schmetterlingsdame oder Polizeiwachtmeister – sie alle scheint das Gestern nicht Weiterlesen

Vogel und Krokodil : ich bin so froh, dass du mein Bruder bist … / Alexis Deacon

Zwei Eier liegen nebeneinander. Daraus schlüpfen ein Vogel … und ein Krokodil. Da keine Mama in Sicht ist, versuchen sie allein klar zu kommen.

Zunächst warten sie, das jemand kommt, denn der kleine Vogel denkt, wenn man nur den Mund aufmacht und wartet, wird Weiterlesen

Solitüdegrab / Frank-Peter Hansen

Flensburg: Im Jahr 1957 soll Ole Iwersen, der noch in der Polizeiausbildung befindliche und frischgebackene Vater einer Tochter, zusammen mit seinem gleichermaßen unerfahrenen Kollegen Woltersen das Verschwinden des jungen, aus vermögendem Hause stammenden und sowohl bei Mitschülern als auch bei seinem Lehrer als Genie geltenden Axel Asmussen aufklären. Doch leider fischen die beiden im Trüben und kommen nicht recht voran – sehr zum Mißfallen ihres Chefs Dr. Kallweit, der mit der Familie Axels bekannt ist. Trotzdem die beiden Polizistenanwärter all ihr schon vorhandenes kriminalsitisches Gespür anwenden, gelingt es ihnen nicht, im Umfeld des Verschwundenen brauchbare Informationen zu finden. Die dünkelhafte Frau Asmussen und der dienstbeflissene Dr. Kallweit haben dafür natürlich wenig Verständnis. Dennoch wird der Fall zu den Akten gelegt und Axels Verschwinden bleibt ungeklärt.

Im Winter des Jahres 1975 und damit fast zwanzig Jahre später werden am Strand von Solitüde in einer Grube Weiterlesen

Meine kleine Satzwerkstatt / Markus Weber (Text).

„Im ICE
kocht
jeder
den Torwart“

„Meine kleine Satzwerkstatt“ darf man ruhig wörtlich nehmen. Zwar geht es hier nicht um den Bleisatz und ähnliche bibliophile Handwerklichkeiten – wohl aber um das vergnügliche Vorlesen willkürlich Weiterlesen

By the time you read this, I’ll be dead / Julie Anne Peters. Anja Herre [Übers.]

Die 15jährige Daelyn wird von ihren Eltern rund um die Uhr behütet. Ihr Vater überwacht ihren Internetzugang, ihre Mutter fährt und bringt sie zur Schule, bestimmte Gegenstände sind ihr verboten und aus ihrem Zimmer entfernt worden. Doch Daelyn, die bereits mehrere Selbstmordversuche hinter sich hat und seit dem letzten stumm ist und eine Nackenschiene trägt, ist entschlossen: beim nächsten Versuch wird es klappen.

Daelyn, die in der Schule wegen ihres Übergewichtes gemobbt wurde und in einem zweifelhaften „Diätcamp“ weiter traumatisiert wurde, ist auch an ihrer gegenwärtigen Schule eine Außenseiterin. Ausserhalb der Schulzeit verbringt sie viel Zeit in Internetforen, die sich an Menschen richten, die Suizid begehen wollen. Als sie sich anonym auf der Internetseite Weiterlesen

Der Hund, der „Herr Bozzi“ hieß / Regie: Ladislao Vajda. Darst.: Pablito Calvo, Peter Ustinov, Aroldo Tieri, Silvia Marco …

Brooklyn, New York in den 1950er Jahren. Der Rechtsanwalt Bozzi ist Besitzer und Vermieter einer Reihe von Wohnungen und Gaststätten in einem italienisch dominierten Einwandererviertel. Hartherzig, stur und ohne Mitleid ist er auf seine Einnahmen und seinen eigenen finaziellen Vorteil erpicht, zögert nicht, selbst in Not geratene Mieter zu kündigen und behandelt seinen Kanzleimitarbeiter Bruno fast wie einen Sklaven. Wenn Bettler oder andere arme Menschen an seiner Tür klingeln, vertreibt er sie mit täuschend echten Hundelauten.

Als er eines Tages auf diese Weise eine Weiterlesen

Metall : Was unsere Welt zusammenhält / Reinhard Osteroth

Metall: dabei denkt man zunächst an Eisen, Stahl, vielleicht noch Aluminium, Gold, Silber, Titan und das in letzter Zeit in Medien oft genannte Lithium, man denkt an Schmuck, an Bauten aus Stahlbeton, Autos, Einweggrille, Edelstahlspülen, vieleicht auch an alte Waffen und Geräte. Die verschiedenen Metalle, ob die Alkalimetalle (wie Lithium, Natrium oder das exotische Rubidium), die Erdalkalimetalle (etwa Calcium, Magnesium) oder die Schwermetalle (Titan, Eisen) und andere Metallvarietäten – ihnen allen ist gemein, dass sie in den letzten Jahren mit zunehmener Technisierung extrem an Bedeutung gewonnen haben. Das macht sich bemerkbar an (zum Teil) steigenden Preise, an knapper werdenden Ressourcen und der wachsenden Bedeutung von Recycling insbesondere von Elektrogeräten.

Reinhard Osteroth nimmt uns mit auf eine Weiterlesen

L‘ Auberge Espagnole – Barcelona für ein Jahr / Regie: Cedric Klapisch. Darst.: Audrey Tatou, Romain Duris, Judith Godreche …

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Der französische VWL-Student Xavier macht sich nach dem Abschied von seinen Freundin Martine auf nach Barcelona, wo er im Rahmen des ERASMUS-Studentenaustauschprogramms zwei Auslandsemester zu Förderung seiner späteren Karriere verbringen will. Da er Probleme hat, eine passende Unterkunft zu finden, zieht er schliesslich in eine buntgemischte Wohngemeinschaft mit Weiterlesen

Das tollste ABC der Welt / Tom Schamp. Aus dem Französischen von Harry Rowohlt

Anita rast per Anhalter
zu Alis achtem Geburtstag nach Paris
(wartet aber mit ihrer Attacke auf Apfelsinenkuchen und
Ananasbowle nicht ab, bis die anderen
antanzen).
Also, das ist aber ganz und gar nicht anständig, Anita

Tom Schamp ist hierzulande leider noch nicht so bekannt. Das könnte sich ändern, denn der französische Illustrator hat eine bemerkenswert eigenständige und eindrucksvolle Bildsprache entwickelt. „Das tollste ABC der Welt“ versammelt alle Buchstaben unseres Alphabets, geht dabei aber einen anderen Weg als viele andere Bücher des Genres: die Illustrationen zu den einzelnen Buchstaben versammeln Weiterlesen

Das grosse Los : wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr / Meike Winnemuth

Was würden Sie tun, wenn Sie unverhofft zu einer Menge Geld auf dem Konto kommen? Vielen kommen dabei in unserer konsumgierigen Zeit durchaus immaterielle Wünsche in den Sinn wie etwa ein Jahr Auszeit zu nehmen von ihrem alltäglichen Leben, ihrem Beruf, und diese Zeit intensiv für sich selbst zu nutzen. Die Journalistin Meike Winnemuth, die 2010 bei „Wer wid Millionär“ eine halbe Million € gewann, hatte während des Spiels spontan den Gedanken geäußert, ein Jahr aus Deutschland rauszugehen und jeden Monat in einer anderen Stadt zu wohnen. Ungläubig stellt sie fest, dass die leicht dahingesagten Worte plötzlich etwas unerhört Reales bekommen haben.
Winnemuth vermietet daher ihre Wohnung unter, packt ihren für die Arbeit unterwegs benötigten Laptop ein und einen relativ kleinen Koffer mit dem Nötigsten. Dann geht es los: nach Weiterlesen

Lola und der Tangokönig / Ole Könnecke

Kapitän von Schultz, der pensionierte Seeräuber und Schrecken der Meere hat einen ausgefeilten Plan: er wird seinen Freund Oskar im Damespiel besiegen. Doch als er – mitten in seinen taktischen Überlegungen und Gedanken über die Vorzüge des Ruhestandes – plötzlich etwas in der Ferne entdeckt. Nach einem kurzem Blick in das Fernrohr bricht er hektisch im Ruderboot auf. Seitdem ist er wie ausgewechselt. Lola und Großvater fragen sich, was bloß aus dem alten Haudegen geworden ist, gibt der sich doch plötzlich empfindsam und zeigt ein ungewohnt weiches Herz – um dann plötzlich mit der Zeitung in der Hand zu verschwinden.
Lola und Großvater überlegen, wohin es Kapitän von Schultz verschlagen haben könnte und machen sich auf die Suche. Im Leuchtturm finden sie als einzigen Hinweis eine alte Weiterlesen

„Das musst du erzählen“ : Erinnerungen an Willy Brandt / Egon Bahr

Mittlerweile ist er 91 Jahre alt und immer noch hellwach und eloquent. Wer in der akteullen Ausgabe des ZEIT-Magazins das Interview mit Egon Bahr gelesen hat, konnte sich davon überzeugen und wird vermutlich auf das ausgesprochen lesenswerte aktuelle Buch von ihm aufmerksam geworden sein.

In „Das musst du erzählen“ berichtet Egon Bahr mehr als zwanzig Jahre nach dem Tod von Willy Brandt von der gemeinsamen Zeit mit seinem politischen und letztlich auch persönlichen Weggefährten. Manches davon kam bereits ansatzweise in dem Gesprächsprotokoll„Gedächtnislücken“ (mit Peter Ensikat) zu Sprache.

Der frühere Journalist Bahr entschied sich Anfang der 1960er Jahre gegen ein lukratives Angebot von Henry Nannen und wurde Leiter des Presse- und Informationsamtes des Landes Berlin und damit Sprecher von Willy Brandt, dem damaligen Bürgermeister der geteilten Stadt. Gemeinsam mit ihm entstand das Konzept der Ostpolitik, des Weiterlesen

Bruce : Die Springsteen-Biografie / Peter Ames Carlin. Übersetzt von Sonja Kerkhoffs

Es ist so eine Sache mit der Musik von Bruce Springsteen und mir: in der Zeit meiner musikalischen Sozialisation erreichten mich nur einige seiner Songs wie etwa das frühe „Born to run“ vom gleichnamigen ersten Erfolgsalbum aus dem Jahr 1975, einige Titel des Allbums „Nebraska“ (1982) und – ja! – durchaus auch Stadionrock-Titel wie „I’m on fire“ oder den Krieg verurteilende Songs wie „War“. Eine nachhaltige Weiterlesen

Räuber Ratte / Axel Scheffler ; Julia Donaldson. Ins Deutsche übertragen von Salah Naoura

Räuber Ratte war ein Schurke,
Räuber Ratte war ein Dieb.
Reisenden stahl er das Essen,
bis kein Krümel übrig blieb.

Wir kennen das Gespann ja schon vom „Grüffelo“: Julia Donaldson und ihre humorvollen, wunderbaren Verse, bereichert von den Bildern Axel Schefflers. Mit „Räuber Ratte“ legen sie erneut ein gemeinsames Buch vor und können auch den kritischen Biderbuchleser mit einer gewissen sprachmimosenhaften Empfindlichkeit gegenüber Versen und Reimen überzeugen.
Wir begleiten in der gereimten geschichte Räuber Ratte auf seinen Raubzügen, bei denen er den Opfern stets Weiterlesen

Lieben : Roman / Karl Ove Knausgård. Aus dem Norwegischen von Paul Berf

„Aus meiner eigenen Kindheit sind mir nur eine Handvoll Episoden im Gedächtnis geblieben, die ich alle als bahnbrechend und bedeutsam empfand, obwohl sie eigentlich, wie ich heute erkenne, in einem Meer anderer Geschichten schwammen, was ihren Sinn gänzlich auslöscht, denn woher will ich eigentlich wissen, dass ausgerechnet diese Ereignisse, die sich mir eingebrannt haben, entscheidend waren, und nicht all die anderen, über die ich nicht das Geringste weiß“ (Karl Ove Knausgard, „Lieben“. S. 23)

Was betimmt ein Menschenleben, wie findet sich in der Banalität des Alltags so etwas wie Sinn, wie verändert sich das Bild der eigenen Kindheit, wenn man selbst Kinder hat? Karl-Ove Knaus Knausgård beschäftigt sich im zweiten Band seines auf sechs Bände angelegten Werkes mit der Veränderung, die sein Leben nimmt, als er seine Frau Linda kennenlernt: beide sind selbstbewußte, auf Selbstverwirklichung bedachte menschen, deren Leben sich durch die Weiterlesen

Film am Mittwoch : The Last Bookshop

„It’s a book. It will paint pictures in your memories. It will give you memories of things you will never experience.“ (Filmzitat).

Ein wunderbarer kleiner Film, der mit dem Gedanken einer Welt spielt, in der es Weiterlesen

Planet Ocean / Regie: Yann Arthus-Bertrand ; Michael Pitiot

Über zwanzig Jahre sind vergangen seit der UNO-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 – und wenig hat sich verändert. Noch immer verbraucht die Menschheit mehr, als ihr in ökologischer Hinsicht anzuraten wäre. Der Planet erwärmt sich weiter und auch ein vollständiges Abschmelzen der Arktis und damit eine klimabezogene Rückkehr ins Pliozän sind nicht mehr auszuschliessen.
Weitgehend unbemerkt, dafür umso dramnatischer verändert sich einer der Lebensräume, die uns am unbekanntesten sind, und der dennoch für das Klima auf der Erde und ihre Ökosysteme eine ungeheure, oft unterschätze Bedeutung hat.
In „Planet Ocean“ zeigen Yann Arthus-Bertrand und Michael Pitiot nicht nur einen Ausschnitt aus der faszinierenden Vielfalt der Meere: zugleich machen sie die Zusammenhänge offensichtlich zwischen den Weiterlesen

Zum Mitnehmen / Lorenz Pauli. Miriam Zedelius

Was soll man tun, wenn der Apfelbaum mehr Früchte trägt, als man selber essen kann? Genau! Man stellt die Äpfel in einem Korb vor den Zaun und hängt einen Zettel dran: „Zum Mitnehmen“. So macht es auch Herr Schnippel. Schon nimmt eine Kette von Mißverständnissen seinen Lauf.
Derr kleine Juri liest den Zettel nicht, schnappt sich einen Apfel und freut sich, weil er denkt, er hätte ihn geklaut. Frau Asperilla freut sich dagegen über den Korb, leert ihn aus und nimmt ihn mit. So weit, so gut. Aber jetzt weht der Wind den Zettel an das Weiterlesen

Gott hat hohe Nebenkosten : wer wirklich für die Kirchen zahlt / Eva Müller

Kirchen, diakonische Einrichtungen, kirchliche Wohlfahrtsverbände sind von der Gewerbesteuer befreit und werden dadurch um etwa 17 Milliarden € jährlich entlastet, erhalten jährlich staatliche Zuschüsse in Höhe von mehr als 50 Milliarden € und weitere finanzielle Vergünstigungen und Subventionen zusätzlich zur den etwa 10 Milliarden Einnahmen aus der Kirchensteuer ihrer Mitglieder. Kirchentage werden in der Regel zu etwa 50% vom Staat bezahlt, wie zuletzt in Hamburg. Der Staat zahlt Bischöfe und bezahlt auch für die Ausbildung von Religionslehrern. Kirchen und ihre Unternehmen haben zudem ein eigenes Arbeitsrecht, das sie vehement verteidigen.
Wir reden von den Kirchen in Deutschland, einem vorgeblich säkularen Land, in dem die Trennung von Kirche und Staat aber leider nur oberflächlich ist. Die finanziellen Ausmaße, die die Kirchenprivilegien seit den entsprechenden gesetzlichen Regelungen von 1952 (in der Weimarer Verfassung waren solche Privilegien unbekannt) angenommen haben, sind ja seit Christian Frerks hervorragend recherchiertem „Violettbuch Kirchenfinanzen“ hinlänglich bekannt: der deutsche Staat überträgt Kirchen und ihren Unternehmen (sogenannten Wohlfahrtsverbänden) staatliche Aufgaben, zahlt dafür (etwa 99% des entstehenden Aufwandes) – und interessiert sich danach nicht mehr dafür, welche Arbeitsbedingungen dort herrschen oder welche Folgen die Delegation staatlicher Aufgaben an weltanschaulich gebundene, durch staatliche Subventionen erst konkurrenzfähige Einrichtungen auf die Arbeitnehmer, den Inhalt der bestellten Dienstleistung und deren „Zielgruppen“ hat.

„Gott hat hohe Nebenkosten“ widmet sich mittelbar auch diesem Thema, verbindet dies aber unmittelbar mit der erschütternden Fallgeschichte der Erzieherin und Kindergartenleiterin Bernadette Knecht aus Rauschendorf: am Beispiel ihrer Kündigung aufgrund einer Scheidung und eines neuen Lebenspartners, des Kampfs der von ihrer Arbeit begeisterten Eltern zunächst (fruchtlos) um den Erhalt ihres Arbeitsverhältnisses und danach um die Kündigung des Vertrags mit der Kirche als Träger durch die Stadt, werden die Auswüchse deutlich, die Weiterlesen

Fast vergessen : Handwerkliches Erbe / Christine Frenkenberger ; Walter Seitz-Krautstorfer ; Björn Thönicke

Eine ganze Reihe von Berufen sind durch die Mechanisierung oder den Wandel von Bedürfnissen und Gewohnheiten fast ausgestorben oder in Vergessenheit geraten, andere haben sich aus ähnlichen Gründen so stark verändert, dass ursprüngliche Elemente des Berufes fast komplett verloren gegangen sind. Zur erstgenannten Gruppe gehören sicher Sattler, Hutmacher, Messermacher oder Ofenkeramiker, zur zweiten könnte man den Bäcker zählen, der zwar als Ausbildungsberuf noch vorhanden ist, als handwerklicher Beruf allerdings schon fast als ausgestorben gelten kann, wenn man sich die Produkte in den meisten Bäckereien und Supermärkten ansieht. Dann gibt es natürlich noch Handwerksberufe, die relativ exotisch sind wie etwa den Blechblasinstrumentenbauer, den Harfenbauer oder den Säckler.
Basierend auf einer Fernsehserie, berichtet „Fast vergessen“ in zwanzig Kapiteln über die vorgenannten Berufe und darüber hinaus über etliche weitere wie den Latschenölbrenner oder den Weiterlesen

Lesen auf dem E-Book-Reader 5 : Virtuelle Medienschäden und überraschende Seitenzahlen

Im letzten und vierten Beitrag über das Lesen auf dem E-Book-Reader ging es ja um verzweifelte Versuche, den abgestürzten Kobo Glom der sich extrem verlangsamte und oft aufhängte, wieder zum Leben zu erwecken. Zur Ehrenrettung von Kobo muss gesagt werden, dass

a) der Firmensupport rührend, fachkundig und schnell um die Wiederherstellung der Readerfunkionalitäten bemüht war.

b) es letztlich auch gar nicht am Gerät selber lag. Es war eine defekte E-Book-Datei – so was gibt es, und zwar auch in der Onleihe.

Da könnte sich für bibliothekserfahrene und vielleicht leidgeprüfte analoge Bibliotheksnutzer natürlich sofort die Frage stellen, ob sie jetzt etwas bezahlen müssen, wo doch die Datei kaputt ist und so. Das kennt man ja bei Büchern auch: das ausgeliehene Buch wurde vom Auto überfahren, vom Hund oder Weiterlesen

Der Name der Rose / Umberto Eco

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„Die Rose von einst steht nur noch als Name, uns bleiben nur nackte Namen“ (Aus: „Der Name der Rose“. Letzter Satz)

Norditalien, 14. Jahrhundert: Adson von Melk, ein alter Mönch, erinnert sich an seine Reise als junger Novize mit dem Franziskanermönch William von Baskerville in ein abgelegenes norditalienisches Kloster der Benediktiner. Hier soll ein Treffen stattfinden zwischen Abordnungen der Franziskaner und des Papstes aus Avignon, die über die Armut Christi tief zerstritten sind. Auch Bernardo Gui, ein Gegner des streibaren und scharfsinniges William, wird kommen. Doch ein mysteriöser Todesfall Weiterlesen

Space Balls / Regie u. Drehb.: Mel Brooks. Darst.: Bill Pullmann, Mel Brooks, John Candy …

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„Möge der Saft mit euch sein“ (Filmzitat)

Dem Planeten Spaceballs geht buchstäblich die Luft aus – und ewig Luft aus Dosen atmen ist wahrlich nicht jedermanns Sache. Präsident Skoob beauftragt daher Lord Helmchen und Colonel Sandfurz, Prinzessin Vespa vom Planeten Druidia zu entführen, um deren Vater König Roland erpressen und an den Code des Kraftfeldes zu gelangen, dass die Atmosphäre von Druidia schützt. Lord Helmchen gelingt der Coup: Vespa flüchtet zusammen mit ihrer mit eigenbautem Jungfrauenalarm versehenen Roboterzofe Dotti Matrix vor der Hochzeit mit dem langweiligen Prinz Valium – und kann dann von Lord Helmchens Riesenraumschiff Spaceball 1 abgefangen werden.

König Roland bittet Lone Starr und seinen Partner Waldi, einen Möter (halb Mensch, halb Köter) um Hilfe. Lone Starr ist für eine Million Spacedollar bereit zu der Mission, drücken ihn doch Weiterlesen

Noch 28 Tage bis zur Verlosung des Bücherpaketes auf Jargsblog

Auf Jargsblog gibt es in diesem Monat ein Buchpaket des Nicolai-Verlages im Rahmen der Aktion „300 Jahre Nicolai Verlag“ zu gewinnen. Also unbedingt rechtzeitig per Kommentar die Rätselfrage beantworten, die man am Ende dieses am 1.5. erschienenen Artikels findet (hier klicken).

Eisbär, Elch und Eule : von Schnee und Eisbewohnern / Bibi Dumont Tak. Mit Illustrationen von Martijn van der Linden.

Walrosse haben es nicht leicht: sie sind ungeheuer schwer, brauchen jeden Tag 35 Kilo Futter und haben bis auf die langen Stoßzähne kein Gebiss. Damit zeigen sie beeindruckend, dass die Natur alles andere als perfekt ist und über Jahrmillionen Jahre an Evolution teilweise bizarre Lösungen hervorbringt. Die Lösung besteht beim Walross darin, dass es Weiterlesen

300 Jahre Nicolai Verlag : Bücherverlosung auf Jargsblog

Der Nicolai Verlag Berlin feiert 2013 sein 300. Jubiläum. Gegründet 1713 als Nicolaische Verlagsbuchhandlung, wurde er unter dem sich als Aufklärer verstehenden Schriftsteller, Kritiker und mit Lessing befreundeten Christoph Friedrich Nicolai, dem Sohn des Verlagsgründers, zu einem weit über Berlin und Brandenburg hinaus bekannten und wichtigen Verlag. Nicolai war eine faszinierende Persönlichkeit, die sich nicht nur durch mehrfache Begabungen und einen wachen Geist, sondern auch durch eine ausserordentlich scharfe Formulierungsgabe auszeichnete.
Als einer der ältesten Verlage Deutschlands bietet der Nicolaiverlag heute sorgfältig edierte, hochwertig gemachte „Bücher aus den Bereichen Architektur, Design, bildende Kunst, Fotografie, Kultur- und Zeitgeschichte“ (Zitat von der Webseite) an, darunter auch den aussergewöhnlich schönen und anregenden, auf Jargsblog besprochenen Titel NaturGenies.
Aus Anlass des Jubiläums „300 Jahre Nicolai Verlag“ wird von Mai bis August jeweils einen Monat lang auf ausgewählten Bücherblogs jeweils ein sechs Bücher umfassendes Buchpaket des Verlages verlost. Jargsblog macht im Monat Mai den Anfang, im Juni folgt die Klappentexterin.

Das zu gewinnende Buchpaket besteht aus den folgenden Titeln:


Berliner Mauerbilder


Plattenbau privat


Mein Leben mit dem ZDF


Der Tod steht uns gut


Der Maler Max Liebermann


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Wer an der Verlosung teilnehmen möchte, beantworte bitte bis spätestens 31. Mai 2013, 23:59 Uhr, folgende Frage über die Kommentarfunktion dieses Blogbeitrages:
Welches Museum war von 1910 bis 1936 im langjährigen Verlagssitz in Berlin-Mitte untergebracht?

Unter den richtigen Antworten wird die Gewinnerin oder der Gewinner von mir am 1. Juni 2013 ausgelost. Die Kommentare der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bleiben bis zum 31.5 unsichtbar, um den Weg in die Lostrommel und damit zum potentiellen Gewinn des Buchpaketes nicht allzu einfach zu machen. Die Lösung liegt allerdings näher, als man denkt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Umwege und persönliche Bekanntschaften mit dem Betreiber dieses Blogs zählen nicht.
INTERNER HINWEIS VOM 1. JUNI 2013: ACHTUNG: DIE VERLOSUNG LÄUFT BEREITS. WEITERE KOMMENTARE WERDEN NICHT ANGENOMMEN.

Zwischen den Runden / Kettcar

Und du spürst es, es wir nichts mehr werden,
du fühlst es, wie tausende Scherben,
und siehst, wie der große Plan zerfällt.
Kommt zusammen, nach schlaflosen Nächten,
kommt zusammen, nach letzten Gefechten,
im allergrößten Club der Welt.

(Im Club / Kettcar. Zitiert nach: songtexte: http://www.songtextemania.com/im_club_songtext_kettcar.html)

Die 2001 gegründete Band Kettcar aus Hamburg ist aus unerfindlichen Gründen bisher komplett an mir vorbeigegangen: mit „Zwischen den Runden“ legten sie 2012 ihr viertes Album vor, dass ich mir vor Kurzem auf den MP3-Player lud, bevor ich zum Joggen aufbrach. Seitdem habe ich das Album mehrfach gehört und bin jedes Mal erneut begeistert und beglückt zugleich über diese für mich neue musikalische Entdeckung, die nicht nur das „musikalische“, sondern auch das „lyrische Ich“ anzusprechen vermag
Auf „Zwischen den Runden“ stellen sich Texte und Melodien trotzig und mit subkutaner Weiterlesen

Doktor Oldales geographisches Lexikon / John Oldale

„Wie bitte? Einzelnen Kugeln ausweichen? Die könnten nicht mal einen Elefanten aus solcher Entfernung treffen“

(Letzte Worte von Generalmajor John Sedgwick, dem ranghöchsten Todesopfer der Union im amerikanischen Bürgerkrieg)

Geografische Lexika zeichnet meistens aus, hochverdichtet Informationen, Datenund Fakten zu Ländern und Regionen zu liefern, dabei je Land ein vorgebenes Raster abzuarbeiten von möglichen geschichtlichen Aspekten bis hin zu Geologie, Wirtschaft, Politik, Religion, ja womöglich bis zur Alphabetisierungsquote und dem Anteil von Datteln oder elektroporösen Kugellagern am Export. Das ist interessant – aber manchmal auch sehr ermüdend, vor allem, wenn man vielleicht aufgrund mangelnden Lesestoffes eigentlich das ganze Lexikon lesen möchte und nicht nur einzelne Artikel zur gezielten Information.
Doktor Oldales geographische Lexikon ist da anders. So erfahren wir unter dem Stichwort „Antarktika“, dass Pinguineier nach dem Kochen ein leuchtendes Orangerot beim Eigelb aufweisen und wenig appetitlichen Weiterlesen

Flavia de Luce – Vorhang auf für eine Leiche / Alan Bradley

Weiterhin ist die Familie de Luce knapp bei Kasse, der Familiensitz Buckshaw kaum noch zu halten. Colonel Buckshaw nimmt daher das Angebot einer Filmcrew an, Buckshaw als Drehort zu mieten. So rückt kurz vor Weihnachten der ganze Filmtross an inklusive der berühmten Schauspielerin Phillys Wyvern. Natürlich übt die Diva eine magische Anziehungskraft auf die Bewohner des kleinen Örtchens aus – und gern wird eine kurzerhand orfanisierte und nach Buckshaw verlegte Wohltätigkeitsveranstaltung mit Phillys Wyvern als überraschendem Stargast genutzt, alles in Augenschein zu nehmen und der Berühmtheit nahe zu sein. Doch der Abend endet dramatisch: alle Teilnehmer müssen zusätzlich zur Filmcrew und den de Luces in dem vom Schnee eingeschlossenen Buckshaw übernachten – und Flavia de Luce findet in den frühen Morgenstunden Weiterlesen

The Danger of Light / Sophie Hunger

Bereits mit ihrem ersten, zuhause aufgenommenen Album „Sketches on sea“ erregte die aus der Schweiz stammende Musikerin einige Aufmerksamkeit und konnte mit „Monday’s Ghost“ im Jahr 2008 nahtlos daran anschliessen und einen Plattenvertrag mit <Universal abschliessen. Mit dem dritten Album „1983“ aus dem Jahr 2009 konnte sie auf den beiden ersten Erfolgen aufbauen, wurde zum Glastonbury-Festival eingeladen und startete 2011 eine vielbeachtete Amerikatournee. Auch bei Liveauftritten ist Sophie Hunger mit ihrer Band ein echtes musikalisches Erlebnis, wie es der Verfasser dieser Zeilen für ein unvergesslich intensives Konzert in der Hamburger Fabrik 2010 bezeugen kann.
Die Erwartungen an „The Danger of Light“ waren also hoch – und werden Weiterlesen

In den Bergen der Kopfjäger : Indiens wilder Nordosten / Peter van Ham

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Der aufgrund seiner Forschungsarbeiten über Indien international anerkannte Peter van Ham bereist seit vielen Jahren die hierzulande kaum bekannte Region der „Sieben Schwestern Indiens“: im Nordosten des Subkontinents gelegen, zeichnen sich diese nahezu vergessenen Bundesstaaten zwischen Tibet und Burma, die lange Sperrgebiet war, nicht nur durch ihre urtümlichen, schwer Weiterlesen

Das Buch : eine illustrierte Geschichte / Martyn Lyons

Es gibt Formen, die kaum zu verbessern sind, weil sie sich in ihrer Grundform über Dutzende, ja Hunderte von Jahren entwickelt haben. Löffel, Teller, Eimer, Bleistift oder Stuhl gehören dazu. Ebenso natürlich das Buch an sich, das seit über zweitausend Jahren zu den von jeder Generation neu entdeckten und weiterentwickelten und trotzdem in ihren grundsätzlichen Eigenschaften kaum veränderten Gegenständen gehört.
Martyn Lyons breitet in seinem in kurze, prägnante Abschnitte gegliederten Bildband die Geschichte des Buches vor uns aus: von den frühesten Schriftzeugnissen aus Weiterlesen

Mein Papa, der ist groß und stark, aber … / Coralie Saudo ; Kris Di Giacomo. Aus dem Französischen von Jacqueline Kersten

Jeden Abend dasselbe Spiel: der große, starke Papa … will einfach nicht ins Bett, obwohl der kleine Junge ihn Weiterlesen

Lesen auf dem E-Book-Reader 4 : warum es schön ist, dass gedruckte Bücher keine Werkseinstellungen haben

Ist es Ihnen schon mal passiert, dass ein gedrucktes Buch sich plötzlich immer langsamer blättern liess, sich gar „aufhängte“ und sich die nächste Seite gar nicht lesen liess? Konnten Sie ein Buch plötzlich nicht mehr öffnen? Haben Sie schon einmal ein gedrucktes Buch auf die Werkseinstellungen zurücksetzen müssen und danach das Buch gar nicht Weiterlesen

Der Ulzenbeitrag : Trollfreie Zonen und „Methoden der rohen Gewalt“ auf WordPress

Als amtliche bestellte Ulze für diesen Sektor des Sonnensystems war ich einigermaßen entsetzt, in der terrestrischen Netzkultur auf Trollattacken, Shitstorms und ähnliche prähistorische Weiterlesen

Richle, Urs: Das Loch in der Decke der Stube

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Paul, Anfang 20, leidet an Asthma. Die Bergluft in einem kleinen Dorf in Appenzell soll ihn kurieren. Er zieht bei Emil, einem alten Mann, ein, und findet Arbeit in der Gärtnerei von Hans, Emlis Bruder. Schnell wird Paul in die Dorfgespräche und den Klatsch mit einbezogen: man fragt ihn, ob er vom Streit zwischen den beiden Weiterlesen

Ich und du und Müller Kuh und 1000 Kaffeebohnen : das große Max-Kruse-Buch / Max Kruse. Mit Bildern von Christine Brand

Pirr schirr kabirr
puff knuff kabuff
wirsch kabelwitsch knall
Ich bin überall!

(Max Kruse: Der Überall. Aus: Ich und du und Müllers Kuh und 1000 Kaffeebohnen, S. 20)

Der 1921 geborene Max Kruse, der noch mit über 90 Jahren schreibt (am PC!), gehört längst zu den Klassikern der deutschen Kinderliteratur. Wer erinnert sich nicht neben den unsterblichen Urmel-Büchern an „Der Löwe ist los“, „Don Blech“, „Lord Schmetterhemd“ und andere wunderbare Bücher von ihm – viele von ihnen in ihrer Bekanntheit befördert von der Augsburger Puppenkiste?
„Ich und du und Müllers Kuh und 1000 Kaffeebohnen“ versammelt einen Querschnitt aus Kruses Gedichten und Erzählungen und zeigt, wie vielseitig und Weiterlesen

Von Anfang bis Zebra : ABC-Gedichte / James Krüss. Mit vielen Bildern von Sabine Wilharm

„Wörter, die mit N beginnen,
nützen, um draus versefroh
manch verdrehtes Garn zu spinnen,
und das geht zum Beispiel so:

Neckt das Nashorn die Narzisse,
neckt das Nebelhorn den Nerz.
Neckt der Nüsseknacker Nüsse
neckt die Niere gern das Herz.

[…]

ABC-Bücher gibt es wie Sand am Meer – aber wenige Perlen sind darunter. Dieses Buch ist eine solche Perle sowohl in optischer als auch in sprachlicher Hinsicht. Für die Optik zeichnet Sabine Wilharm verantwortlich, die mit ihren wildskurillen Bildern („Schinken & Ei“ ; „Zum Strand“) auf Jargsblog bereits mehrfach Erwähnung findet.
Für die Verse steht der unvergessene James Krüss, der hier mit Weiterlesen